Systemische Aufstellungen - Was ist das?

Bei einer Aufstellung bildet ein Klient unter fachkundiger Anleitung ein System von Personen, manchmal auch Dingen, Situationen, Gefühlen o. a. mit Hilfe von sogenannten Stellvertretern ab. Wer oder was zu dem aufgestellten System dazugehört, ergibt sich aus der Problemstellung bzw. dem Anliegen, das der Klient mitbringt.

Durch die Empfindungen der Stellvertreter an ihren jeweiligen Positionen werden Beziehungen der aufgestellten Personen/Qualitäten zueinander deutlich und können im weiteren Verlauf der Aufstellung durch Interaktionen zu einem für den Klienten konstruktiven Lösungsbild formiert werden.

Ablauf

In einem Vorgespräch kläre ich mit dem Kienten, welches Anliegen er hat bzw. welche Problemstellung er in seiner Aufstellung ansehen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln möchte. Das können beispielsweise sein:

  • Ich bin auf der Suche nach einem Partner und gerate immer an den Falschen.
  • In finanziellen Dingen habe ich trotz großer Umsicht immer Pech.
  • Ich gerate immer wieder mit meiner Schwiegermutter, meinem Vater, meiner Tochter etc. aneinander, obwohl ich das gar nicht will.
  • Ich habe ein gesundheitliches Problem, für das die Ärzte keine organische Ursache finden.
  • In meiner Familie passieren oft Unfälle.

Bei sehr vielen besonders tiefgehenden Themen ist es wichtig, dass in diesem Rahmen auch die familiären Verhältnisse geklärt werden, d. h. Wer gehört zur Gegenwartsfamilie und Herkunftsfamilie (bis zu den Großeltern)? Gab es frühe Todesfälle, Fehlgeburten oder andere gravierende Schicksalsschläge? Sind Familienmitglieder ausgeschlossen/ verheimlicht worden? u.ä.

 

Am Aufstellungstag muss die Klientin in der Gruppe dann nur noch kurz ihr Anliegen schildern. Anschließend bitte ich sie, Stellvertreterinnen für bestimmte Aspekte ihres Systems auszuwählen und im Raum zu platzieren, so, wie es sich für sie stimmig anfühlt.

Die Stellvertreterinnen fühlen sich auf ihrer Position ein. 

Anschließend frage ich nacheinander alle Aufgestellten nach ihren Eindrücken und Gefühlen an ihrem jeweiligen Platz. Hier werden Beziehungen zueinander deutlich (bspw. "Mein Vater schaut mit vorwurfsvoll an", "Meine Tochter kann ich gar nicht sehen") und Interaktionen ausgeführt (bspw. möchte jemand seinen Platz wechseln, zu jemandem hin oder aus der Gruppe heraustreten).

Nachdem alle für die Aufstellung relevanten Personen und Aspekte im Raum stehen und die Dynamik der Situation deutlich geworden ist, geht es darum, einen guten neuen, stimmigen Platz für den Klienten und sein Anliegen im System zu finden. Dazu werde ich den Stellvertretern gezielte Anregungen zur Interaktion (bspw. einen Wechsel des Platzes, das Formulieren von erleichternden Lösungssätzen) geben, deren Wirkung durch die Stellvertreter und den Klienten überprüft werden.

 

Im Nachgespräch, das ein bis zwei Wochen später stattfindet, möchte ich gemeinsam mit der Klientin auf die Wirkung schauen, die die Aufstellung entfaltet hat, was sich im Denken, Erleben und Fühlen geändert hat.